Heldenburg Salzderhelden



Kurzinformation und Daten zur Geschichte der Heldenburg
Herausgeber: Förderverein Heldenburg-Salzderhelden e.V.
Bilder:  Grundriss Turm Burg Kapelle Burgplatz Merian-Stich Aufgang
Die Salzderheldener "Weiberlist" anlässlich der 750 Jahr Feier der Stadt Einbeck
Bilder vom Tag des offenen Denkmals 10.09.2000










Die Anfänge der im Jahre 1320 zum erstenmal urkundlich erwähnten Burg Salzderhelden liegen im Dunkel. Doch deutet bereits der Name der Burg, in mittelalterlichen Urkunden »castrum solth« oder »solto tho der helden« genannt, an, daß es sich bei dieser Anlage um eine Burg in der Nähe einer Saline handelt, wobei der Begriff »helde« einen steilen Abhang kennzeichnet. Da die Anfänge dieser Salzgewinnung in das 13., wenn nicht das 12. Jahrhundert zurückreichen, dürfte die Errichtung der Burg spätestens im 13. Jahrhundert erfolgt sein. Als Erbauer kommen die Welfenherzöge oder die Grafen von Dassel in Frage.

Eine größere Bedeutung kommt der Burg erst zu, als sie 1291 in den Besitz des Herzogs Heinrich Mirabilis gelangte. Ihre strategisch günstige Lage im westlichen Teil des Fürstentums Grubenhagen mag dazu beigetragen haben, daß die Burg schnell zur Hauptresidenz der Grubenhagener Herzöge wurde. Hier residierten die Herzöge, schlossen Verträge, sprachen Recht und hielten Hof. In den Urkunden werden daher einige Grubenhagener Herzöge oftmals mit dem Beinamen »von Salzderhelden« bezeichnet. Ein wesentliches Element der landes-herrlichen Residenzbildung im Mittelalter stellt die Münzprägung dar. Der Burg Salzderhelden kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie für lange Zeit die einzige außerstädtische Münzstätte im Fürstentum Grubenhagen war. Fast alle hier durch angestellte Münzmeister geprägten Groschen und Pfennige tragen die Umschrift »moneta nova salis Heldensis«.

Die Beziehungen der Grubenhagener Welfen zu der benachbarten, durch das Brauwesen politisch und finanziell mächtigen Stadt Einbeck wurden nur selten durch kleinere Fehden getrübt. Vielmehr dürfte das Einbecker Stift St. Alexandri als das eigentliche Hausstift des Grubenhagener Welfenhauses anzusehen sein. In der Stiftskirche wurden 14 Mitglieder des Herzoghauses bestattet. Weiterhin entstammten innerhalb des Zeitraumes von 1313-1464 von sieben Pröpsten allein fünf Pröpste dem welfischen Herzoghaus und bestimmten so für über ein Jahrhundert die Geschichte dieses Stiftes.

Von dem ehemals repräsentativen Burggebäuden, wie sie noch der Merian-Stich aus dem Jahre 1654 zeigt, zeugen heute nur noch sehr bescheidene Reste. Inventare aus dem 17. Jahrhundert überliefern jedoch die Nutzung zahlreicher Räumlichkeiten, mußte doch der gesamte Hofstaat standesgemäß untergebracht und unterhalten werden (Burgkapelle, Archiv, Pferdestall, Küche, herzogliche Gemächer, große und kleine Stuben, Jungfernhaus, Gefängnis, Rüstkammer und Waffenmagazin, Korn- und Speicherböden, Schreibstube).

Nach dem neuerlichen Teilungsvertrag 1481 kristallisierte sich eine deutliche Verlagerung der Hauptresidenz vom westlichen Teilherzogtum mit der Residenz Salzderhelden nach dem östlichen Teilherzogtum mit der Hauptresidenz Herzberg heraus. Zwar bewohnten auch weiterhin Mitglieder des Herzoghauses die Burg (teilweise Witwensitz), doch sank die Bedeutung Salzderheldens immer mehr. Nach dem Verlöschen der Grubenhagener Welfenlinie urkundeten die Welfenherzöge nur noch vereinzelt im 17. Jahrhundert auf der Burg. Der letzte bekannte Bewohner der Burg, der Oberjägermeister von Moltke, wurde 1692 wegen Hochverrats in Hannover enthauptet.

Durch zwei Ereignisse erlangte die Burg Salzderhelden überregionale Bedeutung. Zum einem berichtet der Thüringer Chronist Johann Rothe über eine Fehde des Landgrafen Friedrich 1365, in der bei der Verteidigung der Burg erstmals im sächsischen Raum ein Geschütz eingesetzt wurde. Zum anderen benutzte Albrecht II. von Braunschweig-Grubenhagen als erster Welfenherzog anläßlich seines Regierungsantrittes in Satzderhelden 1361 ein nach heraldisch rechts schreitendes Pferd (sogenannte »Sachsenroß«) im Siegel, das später zum Landeswappen Niedersachsens werden sollte.



Daten zur Geschichte der Burg Salzderhelden

1320 erstmals erwähnt

1322 Hzg. Heinrich Mirabilis stirbt auf der Burg

1337 Hzg. Ernst residiert u. a. in Salzderhelden

1360 Hzg. Albrecht II. residiert in Salzderhelden

1365 Zug des Landgrafen von Thüringen vor Salzderhelden

1383 stirbt Herzog Albrecht II. auf Salzderhelden

1402 Hzg. Erich besitzt Salzderhelden

1448 Angriff auf Grubenhagen und Salzderhelden Errettung durch »Weiberlist«

1491 Hzgin. Margarethe stirbt auf der Burg, ihrem Witwensitz

1494 Salzderhelden Leibzucht für Hzgin. Elisabeth

1526 stirbt Hzg. Heinrich IV. auf der Burg

1542 stirbt Hzgin. Elisabeth auf der Burg

um 1590    Umbau der Burg mit Fachwerk

1600 Amtshaus vor der Burg erbaut

ab 1700     schneller Verfall der Burg

1983-88 Sanierung der Ruine




Burgplatz 1999


Aufgang zur Burg 1999


Turm seit 1999 begehbar





zurück zu Hompage Salzderhelden     DK 11.01.07