Heldenburg Salzderhelden |
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| Kurzinformation und Daten zur Geschichte der Heldenburg | |||||||
| Herausgeber: Förderverein Heldenburg-Salzderhelden e.V. | |||||||
| Bilder: | Grundriss | Turm | Burg | Kapelle | Burgplatz | Merian-Stich | Aufgang |
| Die Salzderheldener "Weiberlist" anlässlich der 750 Jahr Feier der Stadt Einbeck | |||||||
| Bilder vom Tag des offenen Denkmals 10.09.2000 | |||||||
Eine größere Bedeutung kommt der Burg erst zu, als sie 1291 in den Besitz des Herzogs Heinrich Mirabilis gelangte. Ihre strategisch günstige Lage im westlichen Teil des Fürstentums Grubenhagen mag dazu beigetragen haben, daß die Burg schnell zur Hauptresidenz der Grubenhagener Herzöge wurde. Hier residierten die Herzöge, schlossen Verträge, sprachen Recht und hielten Hof. In den Urkunden werden daher einige Grubenhagener Herzöge oftmals mit dem Beinamen »von Salzderhelden« bezeichnet. Ein wesentliches Element der landes-herrlichen Residenzbildung im Mittelalter stellt die Münzprägung dar. Der Burg Salzderhelden kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, da sie für lange Zeit die einzige außerstädtische Münzstätte im Fürstentum Grubenhagen war. Fast alle hier durch angestellte Münzmeister geprägten Groschen und Pfennige tragen die Umschrift »moneta nova salis Heldensis«.
Die Beziehungen der Grubenhagener Welfen zu der benachbarten, durch das Brauwesen politisch und finanziell mächtigen Stadt Einbeck wurden nur selten durch kleinere Fehden getrübt. Vielmehr dürfte das Einbecker Stift St. Alexandri als das eigentliche Hausstift des Grubenhagener Welfenhauses anzusehen sein. In der Stiftskirche wurden 14 Mitglieder des Herzoghauses bestattet. Weiterhin entstammten innerhalb des Zeitraumes von 1313-1464 von sieben Pröpsten allein fünf Pröpste dem welfischen Herzoghaus und bestimmten so für über ein Jahrhundert die Geschichte dieses Stiftes.
Von dem ehemals repräsentativen Burggebäuden, wie sie noch der Merian-Stich aus dem Jahre 1654 zeigt, zeugen heute nur noch sehr bescheidene Reste. Inventare aus dem 17. Jahrhundert überliefern jedoch die Nutzung zahlreicher Räumlichkeiten, mußte doch der gesamte Hofstaat standesgemäß untergebracht und unterhalten werden (Burgkapelle, Archiv, Pferdestall, Küche, herzogliche Gemächer, große und kleine Stuben, Jungfernhaus, Gefängnis, Rüstkammer und Waffenmagazin, Korn- und Speicherböden, Schreibstube).
Nach dem neuerlichen Teilungsvertrag 1481 kristallisierte sich eine deutliche Verlagerung der Hauptresidenz vom westlichen Teilherzogtum mit der Residenz Salzderhelden nach dem östlichen Teilherzogtum mit der Hauptresidenz Herzberg heraus. Zwar bewohnten auch weiterhin Mitglieder des Herzoghauses die Burg (teilweise Witwensitz), doch sank die Bedeutung Salzderheldens immer mehr. Nach dem Verlöschen der Grubenhagener Welfenlinie urkundeten die Welfenherzöge nur noch vereinzelt im 17. Jahrhundert auf der Burg. Der letzte bekannte Bewohner der Burg, der Oberjägermeister von Moltke, wurde 1692 wegen Hochverrats in Hannover enthauptet.
Durch zwei Ereignisse erlangte die Burg Salzderhelden
überregionale
Bedeutung. Zum einem berichtet der Thüringer Chronist Johann Rothe
über eine Fehde des Landgrafen Friedrich 1365, in der bei der
Verteidigung
der Burg erstmals im sächsischen Raum ein Geschütz eingesetzt
wurde. Zum anderen benutzte Albrecht II. von Braunschweig-Grubenhagen
als
erster Welfenherzog anläßlich seines Regierungsantrittes in
Satzderhelden 1361 ein nach heraldisch rechts schreitendes Pferd
(sogenannte
»Sachsenroß«) im Siegel, das später zum
Landeswappen
Niedersachsens werden sollte.
1320 erstmals erwähnt
1322 Hzg. Heinrich Mirabilis stirbt auf der Burg
1337 Hzg. Ernst residiert u. a. in Salzderhelden
1360 Hzg. Albrecht II. residiert in Salzderhelden
1365 Zug des Landgrafen von Thüringen vor Salzderhelden
1383 stirbt Herzog Albrecht II. auf Salzderhelden
1402 Hzg. Erich besitzt Salzderhelden
1448 Angriff auf Grubenhagen und Salzderhelden Errettung durch »Weiberlist«
1491 Hzgin. Margarethe stirbt auf der Burg, ihrem Witwensitz
1494 Salzderhelden Leibzucht für Hzgin. Elisabeth
1526 stirbt Hzg. Heinrich IV. auf der Burg
1542 stirbt Hzgin. Elisabeth auf der Burg
um 1590 Umbau der Burg mit Fachwerk
1600 Amtshaus vor der Burg erbaut
ab 1700 schneller Verfall der Burg
1983-88 Sanierung der Ruine
![]() Burgplatz 1999 |
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![]() Aufgang zur Burg 1999 |
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![]() Turm seit 1999 begehbar |